1998– 2006
Bei den Bundestagswahlen 1998 erzielen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 6,7% der Stimmen und bilden mit der SPD erstmals gemeinsam die Bundesregierung.
Außenminister und Vizekanzler wird Joschka Fischer, Gesundheitsministerin Andrea Fischer, Umweltminister Jürgen Trittin.
Nach dem Rücktritt von Andrea Fischer in Folge des BSE-Skandals wird Renate Künast Verbraucherministerin. In Brüssel wird die GRÜNE Michaele Schreyer 1999 EU-Haushaltskommissarin (bis 2004).
In der Legislaturperiode bis 2002 werden unter GRÜNER Regierungsbeteiligung unter anderem der Atomausstieg beschlossen, die Energie- und Agrarwende eingeleitet und die Homo-Ehe eingeführt. Die deutsche Beteiligung am Kosovo-Krieg und am Krieg in Afghanistan stellt die Partei vor eine Zerreißprobe.
Bei den Bundestagswahlen am 22. September 2002 wird die rot-grüne Koalition von den Wählern/Wählerinnen bestätigt. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN erhalten mit 8,6% das bisher beste Ergebnis bei einer Bundestagswahl. Anfang 2003 sind GRÜNE Teil des Protests gegen den Irak-Krieg. Mit den AKWs Stade (2003) und Obrigheim (2005) gehen die ersten beiden Atommeiler aufgrund des Atomausstiegs vom Netz.
Im Februar 2004 wird in Rom die Europäische Grüne Partei (EGP) gegründet. Im Juni 2004 erzielen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei den Europawahlen mit 11,9 % ihr bestes Ergebnis bei einer bundesweiten Wahl. Ebenfalls 2004 gründet sich der Verein „Grüne Alte“.
Bei den vorgezogenen Neuwahlen 2005 gewinnen die GRÜNEN mit 8,1 % zwar 51 Sitze im Bundestag, es reicht jedoch nicht mehr zu einer Fortsetzung der rot-grünen Koalition.
1994–1997
1994 gründet sich die GRÜNE Jugend, die sich damals noch grün-alternatives Jugendbündnis nennt. 1997 Gründung der parteinahen Heinrich-Böll-Stiftung.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN treten in mehrere Landesregierungen ein: Rot-Grün regiert in Nordrhein-Westfalen von 1995–2005, in Schleswig-Holstein von 1996–2005, in Hamburg von 1997–2001. In Sachsen-Anhalt regieren Bündnisgrüne 1994–1998 mit der SPD, toleriert von der PDS.
1990-1993
Bei den ersten gesamtdeutschen Bundestagswahlen am 2. Dezember 1990 scheitern DIE GRÜNEN im alten Bundesgebiet an der Fünf-Prozent-Hürde. DIE GRÜNEN/BÜNDNIS 90 erreichen im Wahlgebiet der Ex-DDR 6 Prozent. Einen Tag später wird der Zusammenschluss der ost- und westdeutschen GRÜNEN vollzogen.
Im September 1991 gründet sich BÜNDNIS 90 formell als Partei. Demokratie Jetzt und die Initiative für Frieden und Menschenrechte treten der Partei fast vollständig bei, vom Neuen Forum nur etwa die Hälfte der Mitglieder.
1993 schließen sich BÜNDNIS 90 und DIE GRÜNEN zur Partei BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN zusammen.
In Hessen startet 1991 eine Neuauflage der rot-grünen Koalition (bis 1999). In Niedersachsen regieren die GRÜNEN mit der SPD von 1990–1994. In Brandenburg ist BÜNDNIS 90 von 1990–1994 Teil einer „Ampelkoalition“ mit SPD und FDP. Die „Ampel“ regiert von 1991–1995 auch in Bremen.
1987-1989
In Hessen zerbricht die rot-grüne Koalition 1987 am Streit um die Genehmigung der Hanauer Plutoniumfabrik. In Berlin regiert 1989–1990 ein rot-grüner Senat.
1989 gewinnt in der DDR die Bürgerrechtsbewegung an Gewicht. Es gründen sich: Demokratie Jetzt, Neues Forum, Vereinigte Linke, Grüne Liga und der Unabhängige Frauenverband. Am 9. November 1989 fällt die Berliner Mauer. Am 24. November wird die GRÜNE Partei der DDR gegründet.
1984-1986
Die GRÜNEN sind in vielen Landesparlamenten sowie im Europaparlament und im Bundestag vertreten. 1985 wird in Hessen die erste rot-grüne Landesregierung gebildet. Joschka Fischer wird der erste GRÜNE Minister und übernimmt das Umweltressort. Die Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl 1986 schärft in Deutschland das Bewusstsein für die Gefahren der Atomenergie.
1980-1983
Die Bundespartei „DIE GRÜNEN“ wird am 13.1.1980 in Karlsruhe gegründet. Frauen-, Friedens- und Anti-AKW-Bewegung prägen die GRÜNEN von den Anfängen bis heute. Die Sonnenblume wird zum Symbol für die GRÜNEN. 1983 ziehen die GRÜNEN mit 5,6% erstmals in den Bundestag ein.
1977–1979
Im Zuge der Anti-Atomkraft und Ökologiebewegung gründen sich in der BRD zahlreiche Bürgerinitiativen. Auf alternativen Listen kandidieren sie auf kommunaler Ebene. 1979 erobert die Bremer „GRÜNE Liste“ bei der Bürgerschaftswahl mit 5,1% das erste Landesparlament. 1979 gründet sich unter dem Namen „Sonstige Politische Vereinigungen (SVP) DIE GRÜNEN“ ein Listenbündnis zur Europawahl.




